Freitag, 21. November 2008

Me no DJ...

...darauf weist Guillaume gerne auch separat hin. Will meinen: der Frankokanadier mit dem starken Hang zum real existierenden Mummenschanz spielt live, und das auch nur seinen eigenen Kram. Der im übrigen grandios zwischen den Stühlen fegt, wie ein kurzer Blick auf Guillaumes Myspace-Profil unterstreichen dürfte.

Passend zur Party am Samstag Abend, den 22.11., noch ein paar Bonusmeilen von Treibstoff selber, mit freundlichen Grüßen von Label-Obermucker Marcel Janovsky:
Goodie 1
Goodie 2
Goodie 3
Bring it on!

Straßenfeger 21.-22.11.08

Freitag 21.11.08 - Toutes Directions

"Gut, laut, voll, langsam, frankophon, typisch koeln, stilsicher, ABBA, Henrik Schwarz, Acryl auf Leinwand, oldschool, nett, Lippenstift auf Theke, zu kurz, erwachsen, warm, zeitlos, zu schnell, nur typen, zuviele frauen, ich geh hin, du auch."












Samstag 22.11.08 - Treibstoff Klub

"Weiter geht es im Treibstoff-Klub am kommenden Samstag mit dem bluesigen Sound von Guillaume & The Coutu Dumonts, der einfach unschlagbar soulig klingt und dabei soviel Funk hat, dass man fast alle seine Tracks in jedem Chicagoset als Geheimwaffe einsetzen kann. Wer letzten Sommer unsere Party`s auf Odonien besucht hat, kennt die verdrehten Grooves, die aufgrund massiver Housebasslines perfekt rocken!"

Mittwoch, 12. November 2008

Papa rockt wieder

"Terminmusik, nee, das mache ich nicht. Find ich scheisse". Das klärt André Kraml gleich mal zu Beginn. Der Mann, der das Unterarmtattoo wieder salonfähig machte in Kölner Szenekreisen, lässt sich nämlich lieber Zeit zwischen den Releases, verschweigt aber den wahren Kern seiner gemächlichen Karriere-Gangart: er ist vor allem und zuallererst mal Papa, gerade aus der Babypause hervorkommend, und eigentlich ganz zufrieden mit seinem neuesten Gesamtkunstwerk namens Laura. Bei den Müttern seiner Kindergartengruppe ist er sowieso schon ein Star, doch jene wissen vermutlich gar nicht, daß Herr Kraml auch noch für andere Hits verantwortlich zeichnet. Wir erinnern uns wohlwollend beispielsweise an "Safari", die Nummer, die das Kölner Label Firm eindrucksvoll in die Schlagzeilen hievte, oder an "Dirty Fingernails", der Track, der eine schlechte Angewohnheit zu einem Statussymbol machte. "Es ist ja auch nicht so, daß ich gar nichts mehr produziert hätte seit damals, immerhin ist ja fast jede dritte Platte auf Firm von mir, hab ich manchmal so das Gefühl", bekräftigt André, "aber das Vaterding hat mich so dermaßen geflasht, daß alles andere erstmal zweitrangig wurde."

Er wirkt aber auch wirklich nicht wie ein Kind trauriger Eltern, wenn er die Tochter durch die muckelige Dreizimmerwohnung spazierenträgt oder mal eben eine Gutenachtgeschichte vorlesen muss. Doch langsam werden wieder Energien frei, alte Leidenschaften wach, der Producer in ihm steigt aufs neue in den Sattel: "Ich habe mit vielen Leuten Sounds ausgetauscht, mir Ideen in ihren Studios geholt, da hat sich einiges angehäuft. Das muß raus!" Daß im Namen des Beats die halbe Wohnungseinrichtung vors Mikrofon gezerrt wird, ist dabei eher nebensächlich, aber Kernphilosophie von Kramls Musik. "Ich kann mich gut an meine erste Demo erinnern, die der Schaeben von Firm gehört hat. Der meinte dann, ja, das is schon gut, aber das nächste Mal, da spielste gefälligst auch was von Hand ein. Bass kann ich nicht so gut, also spiele ich Colaflaschen oder auch Barhocker, was gerade da ist. Die beste Hihat habe ich mit einem Schlüsselbund in der Hosentasche zurechtgerasselt!" Zum Glück ist André aber zu fokussiert auf den Drive seiner Stücke, als daß er den Kleinkünstler markieren würde. Schließlich gehts nur um eins: "Sexy Groove muß sein, Mann, der Groove ist das allerwichtigste!" Für Januar 2009 steht die nächste 12" an, eine DJ-Tour ist auch schon in Planung. Die drei neuen Tracks sind wahre Kleinode des etwas anderen Dancefloors, mit Gesang und Gitarre definitiv jenseits des digitalen Fetisch angesiedelt, doch nie in larmoyante Lagerfeuerromantik abrutschend. Veritables DJ-Futter und großartige Songs in einem, das bringt kaum einer so unter einen Hut wie der Kraml.

Ach ja: Vorlesen kann er wohl auch super. Behauptet zumindest seine Tochter.


You Cut


Call Me Remix


Unreachable

André Kraml spielt am Samstag, den 15.11., im Gruezi Klub.

Straßenfeger 14.-15.11.08

Freitag, 14.11.08 - Tonspion

"Der Winter ist da, es ist kalt. Die Sonne arbeitet nur noch als geringfügig Beschäftigte. Die dunklen Nächte sind soo lang. Der Winterblues hat außer die Berufsfröhlichen und/oder Karnevalsidioten so ziemlich jeden im Griff. Es müsste vernünftige Ärzte geben, die einem eine gute Party verschreiben, damit der Winter erträglich wird. Keine Sorge auch hierbei lässt dich dein Tonspion nicht alleine und erfüllt dir diesen Wunsch. Die behandelnden Ärzte heißen „und ich“, der auf eine Reihe beachtlicher Heilerfolge zurückblicken kann. Darüber hinaus haben wir mit Almeida noch einen Facharzt auf dem Gebiet der treibenden elektronischen Musiktherapie eingeladen. Dieser hat sich in Fachkreisen schon so ein hohes Ansehen erarbeitet, dass er seit neuestem nicht mal mehr seinen Vornamen Tony braucht. (wie Madonna...!). Die alternative Zweitmeinung bekommt ihr auf dem zweiten Floor von DJ Maxim als Vertretung für die Vier Fäuste. Wem hier nicht geholfen wird, dem ist nicht zu helfen."


Samstag 15.11.08 - Gruezi Klub

"Wenn Techno in Köln politisch wäre, dann wäre der Gruezi Klub der schwarze Block, nur ohne Molotov-Cocktails. Drum handeln wir ausnahmsweise lokal, bei gleichbleibend globalem Denken, und verweigern uns dem Outsourcing von Produktivkräften durch tatkräftige Unterstützung des Kölner Kreativprekariats, was entgegen anderslautender Behauptungen keine Alternativbezeichnung für einen örtlichen Karnevalsverein ist. Ganz vorne auf den Barrikaden dabei: die Live-Act gewordene Bedrohung des Status Quo Scott, deren Tracks niemals rückwärts gespielt werden dürfen, die Lokalheroen André Kraml und Tombo von Firm, wie immer keiner delikaten Geschmacksfrage ausweichend, sowie Brandt & Chevallier, Pioniere des deepen Graswurzelhouse ohne Discobart. Außerdem mit im Container: der militant expressive Ausnahmekünstler Sascha Mikloweit und die Vorsitzenden der schlagenden Verbindung "Linke Bassdrum" Marc Lansley und Shumi, auch bekannt als das dicke Ende, welches meistens zum Schluß kommt. Illustriert wird die sanfte Revolution durch leckeren Pixelsalat von Okinawa 69, frisch ausgeweideter Informationsmüll aus hauseigener Fertigung. Man darf also das Versammlungsverbot hiermit als aufgelöst betrachten. Vermummung mit Staubsaugern und Gasmasken hingegen bleibt weiterhin sowas von Neunziger, das will keiner sehen. Und für alle, die das Vorhergehende nicht verstanden haben, anbei die Untertitel: super Party, krasse DJs, sexy Musik und schöne Menschen. Ein guter Grund, um auf die Strasse zu gehen."